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    SSRI (Antidepressivum)

    Escitalopram

    Escitalopram (Cipralex, Lexapro) — Escitalopram (Cipralex) ist der selektivste SSRI und neben Sertralin das in Deutschland am häufigsten verschriebene Antidepressivum. Es wird bei Depressionen und generalisierten Angststörungen eingesetzt und gilt als besonders gut verträglich mit einem günstigen Wechselwirkungsprofil.

    Alle Behandlungen

    Anwendungsgebiete

    • Depression (Major Depression)
    • Generalisierte Angststörung (GAD)
    • Panikstörung
    • Soziale Angststörung
    • Zwangsstörung (OCD)

    Wirkung

    Escitalopram ist das aktive Enantiomer von Citalopram und hemmt hochselektiv die Serotonin-Wiederaufnahme (SERT). Durch die höhere Selektivität hat es weniger Off-Target-Wirkungen als andere SSRIs — was das günstige Nebenwirkungsprofil erklärt. Die therapeutische Wirkung auf Depression tritt nach 2–4 Wochen ein, die volle Wirkung nach 4–8 Wochen. Escitalopram hat eine mittlere Halbwertszeit von ca. 30 Stunden, die eine einmal-täglich-Dosierung ermöglicht.

    Dosierung

    Depression und Angststörungen: Startdosis 10 mg/Tag, nach 1–2 Wochen ggf. Steigerung auf 20 mg/Tag. Ältere Patienten und bei Leberinsuffizienz: max. 10 mg/Tag. Einnahme morgens oder abends, mit oder ohne Mahlzeit. Wirkungseintritt nach 2–4 Wochen. Absetzen: über mindestens 4 Wochen ausschleichen — nie abrupt absetzen. Der Arzt legt Dosis und Therapiedauer individuell fest.

    Nebenwirkungen

    Häufig zu Beginn (klingen meist nach 1–2 Wochen ab): Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Schwitzen. Anhaltend möglich: sexuelle Funktionsstörungen (Libidoverlust, verzögerter Orgasmus bei 10–20 %), Gewichtszunahme bei Langzeitanwendung. Wichtig: QT-Zeit-Verlängerung bei hohen Dosen (20 mg) möglich — EKG-Kontrolle bei Herzpatienten empfohlen. Selten: Serotonerges Syndrom bei Kombination mit anderen serotonergen Substanzen.

    Erfahrungen

    Escitalopram (Cipralex) gilt als gut verträglicher SSRI — in der Anfangsphase oft mit weniger Übelkeit und Unruhe als Sertralin oder Fluoxetin. Bei einem Wechsel von anderen SSRIs wegen Nebenwirkungen kann die Verträglichkeit besser sein. Die antidepressive Wirkung setzt langsam ein (2–4 Wochen); diese Phase durchzuhalten ist wichtig. Die Besserung verläuft in der Regel langsam, aber anhaltend — anders als bei Benzodiazepinen, die schnell wirken, aber abhängig machen können. Sexuelle Nebenwirkungen kommen auch bei Escitalopram vor, etwas seltener als bei Paroxetin; bei einem Teil der Patienten lassen sie nach einigen Monaten nach. Beim Absetzen können "Brain Zaps" (kurze elektrische Empfindungen), Schwindel und Reizbarkeit auftreten — besonders bei abruptem Absetzen. Ein langsames Ausschleichen über Wochen bis Monate wird dringend empfohlen.

    Kontraindikationen & Warnhinweise

    Bekannte Überempfindlichkeit gegen Escitalopram oder Citalopram. Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern oder Pimozid. Angeborenes Long-QT-Syndrom. Bei Herzerkrankungen mit QT-Risiko: EKG-Kontrolle. Schwere Leberinsuffizienz: Dosis max. 10 mg. Schwangerschaft: individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung. Stillzeit: Übergang in Muttermilch — ärztliche Rücksprache. Der Arzt klärt alle Kontraindikationen.

    Passende Behandlung verfügbar

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