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    Schilddrüsenhormon

    Levothyroxin

    L-Thyroxin (T4) — Levothyroxin ist das synthetische Schilddrüsenhormon T4 und das meistverordnete Medikament in Deutschland. Es wird zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingesetzt und ersetzt das körpereigene Hormon Thyroxin.

    Alle Behandlungen

    Anwendungsgebiete

    • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
    • Hashimoto-Thyreoiditis
    • Struma (Schilddrüsenvergrößerung)
    • Nach Schilddrüsenentfernung (Substitutionstherapie)
    • Schilddrüsenkrebs-Nachsorge (TSH-Suppression)

    Wirkung

    Levothyroxin ist die synthetische Form des körpereigenen Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4). Im Körper wird T4 teilweise in das biologisch aktive Trijodthyronin (T3) umgewandelt. Schilddrüsenhormone regulieren den Grundumsatz, Herzrate, Körpertemperatur, Wachstum und neurologische Entwicklung. Bei Unterfunktion ersetzt Levothyroxin das fehlende Hormon und normalisiert den TSH-Wert im Blut.

    Dosierung

    Die individuelle Dosis richtet sich nach dem TSH-Spiegel und Körpergewicht (üblich: 1,6 µg/kg/Tag). Startdosis bei älteren Patienten oder Herzerkrankungen: 25 µg/Tag, langsam steigern. Einnahme morgens nüchtern, 30 Minuten vor dem Frühstück. Koffein, Calcium, Eisen und Antazida reduzieren die Aufnahme — mindestens 4 Stunden Abstand. Kontrolle des TSH-Wertes alle 6-12 Monate.

    Nebenwirkungen

    Bei korrekter Dosierung: keine oder minimale Nebenwirkungen. Bei Überdosierung (Symptome einer Überfunktion): Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Schwitzen, Schlaflosigkeit, Gewichtsabnahme, Nervosität, Durchfall. Langfristige Überdosierung erhöht das Risiko für Osteoporose und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern). Regelmäßige TSH-Kontrollen sind daher essenziell.

    Erfahrungen

    Levothyroxin ist das am häufigsten verschriebene Medikament in Deutschland. Nach Einstellung auf die richtige Dosis bessern sich die Hypothyreose-Symptome in der Regel deutlich: mehr Energie, weniger Kälteempfindlichkeit, Normalisierung des Gewichts. Die Einstellung auf die optimale Dosis erfordert Geduld. Der erste TSH-Wert nach 6-8 Wochen bestätigt die Dosis oder macht eine Anpassung nötig. Die individuelle Wohlfühldosis liegt bei manchen Patienten bei einem TSH-Wert leicht unter dem Referenzbereich. Der Einnahmezeitpunkt (morgens nüchtern) ist für viele eine Herausforderung. Ein festes Morgenritual — Tablette nehmen, dann duschen, dann frühstücken — erleichtert die Einhaltung. Kaffee sollte mindestens 30-60 Minuten nach der Einnahme getrunken werden, da er die Aufnahme reduziert. Einige Patienten fühlen sich mit einer Kombination aus T4 (Levothyroxin) und T3 besser als mit T4 allein — dies muss individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

    Kontraindikationen & Warnhinweise

    Absolut: Unbehandelte Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Krise-Risiko bei Levothyroxin-Gabe ohne Kortisolsubstitution). Frischer Herzinfarkt. Akute Myokarditis. Relativ (besondere Vorsicht bei Therapiebeginn): Koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen — Dosistitration mit 12,5–25 µg und sehr langsame Steigerung. Unkontrollierte Hyperthyreose (erst behandeln). Dekompensierte Herzinsuffizienz.

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