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    Betablocker

    Metoprolol

    Metoprolol ist ein kardioselektiver Betablocker und eines der wichtigsten Herzmedikamente. Es senkt Herzrate und Blutdruck, schützt das Herz nach Herzinfarkt und reguliert Herzrhythmusstörungen. Es wird auch bei Angina pectoris und Herzinsuffizienz eingesetzt.

    Alle Behandlungen

    Anwendungsgebiete

    • Bluthochdruck (Hypertonie)
    • Koronare Herzkrankheit (KHK) / Angina pectoris
    • Herzrhythmusstörungen
    • Herzinsuffizienz (stabile, chronische)
    • Herzinfarkt-Nachsorge
    • Migräneprophylaxe

    Wirkung

    Metoprolol blockiert selektiv Beta-1-Adrenozeptoren am Herzen. Beta-1-Rezeptoren sind für die Herzfrequenzerhöhung und Steigerung der Kontraktionskraft durch Adrenalin verantwortlich. Durch die Blockade sinkt die Herzfrequenz (negativ chronotrop), die Kontraktionskraft (negativ inotrop) und der systolische Blutdruck. Das Herz wird entlastet und benötigt weniger Sauerstoff. Die Kardioselektivität bedeutet weniger Wirkung auf die Bronchien als bei nicht-selektiven Betablockern.

    Dosierung

    Bluthochdruck: 50-100 mg ein- bis zweimal täglich. Herzinsuffizienz (Succinat-Retardform): Beginn 12,5-25 mg/Tag, langsame Steigerung auf max. 200 mg/Tag. Herzrhythmusstörungen: 50-100 mg zweimal täglich. Migräneprophylaxe: 50-100 mg täglich. Einnahme mit Mahlzeiten verbessert die Bioverfügbarkeit. Nie abrupt absetzen — schrittweise Dosisreduktion über 2-4 Wochen.

    Nebenwirkungen

    Häufig: Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit der Extremitäten, Schwindel, Schlafstörungen, lebhafte Träume. Sportliche Leistung kann reduziert sein (Herzfrequenzblockade). Bei Asthma oder COPD: auch kardioselektive Betablocker können die Bronchien verengen — nur unter engmaschiger Überwachung einsetzen. Selten: Erektionsstörungen, Depression, Hautreaktionen. Zuckerkranke: Betablocker können Symptome einer Unterzuckerung maskieren.

    Erfahrungen

    Metoprolol gehört zu den häufig verordneten Herzmedikamenten in Deutschland und senkt Herzfrequenz und Blutdruck zuverlässig. Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit treten häufig als Nebenwirkung auf, besonders zu Beginn; nach einigen Wochen gewöhnen sich viele daran. Die Maximalherzfrequenz fällt deutlich ab, was intensives Training erschwert. Die Retardform (Metoprolol-Succinat) wird in Studien besser vertragen als die ältere Tartrat-Form — gleichmäßigere Wirkstofffreisetzung, weniger Herzfrequenzschwankungen, weniger Müdigkeit. Bei der Wahl des Präparats sollte auf die Formulierung geachtet werden. Kalte Hände und Füße werden häufig erwähnt und können ein langfristiges Problem sein; warme Socken, Handschuhe und Bewegung helfen. Falls sehr störend, kann ein Wechsel zu einem Kalziumantagonisten (z. B. Amlodipin) erwogen werden.

    Kontraindikationen & Warnhinweise

    AV-Block II. und III. Grades. Sick-Sinus-Syndrom ohne Schrittmacher. Bradykardie (HF < 60/min bei Therapiebeginn). Kardiogener Schock und akut dekompensierte Herzinsuffizienz. Asthma und schwere obstruktive Lungenerkrankung: Metoprolol ist kardioselektiv, aber bei ausgeprägtem Bronchospasmus nur unter engmaschiger Überwachung und nie bevorzugt gegenüber Propranolol. Phäochromozytom ohne Alpha-Blocker-Abdeckung. Schwere periphere arterielle Verschlusskrankheit.

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