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    Cannabis Therapie

    Cannabis bei Angststörungen

    CBD und THC bei generalisierten Angststörungen, Panikstörungen und sozialer Phobie – Evidenz und ärztliche Einschätzung.

    Angststörungen sind die häufigste psychische Erkrankung in Deutschland – etwa 15 % der Bevölkerung sind betroffen. Wenn kognitive Verhaltenstherapie und Anxiolytika nicht ausreichend wirken, kann CBD-betontes medizinisches Cannabis eine ergänzende Option sein. Insbesondere CBD hat in Studien anxiolytische Eigenschaften gezeigt.

    Typische Symptome

    • Generalisierte Angst mit ständiger Besorgtheit
    • Panikattacken mit körperlichen Symptomen
    • Soziale Phobie und Vermeidungsverhalten
    • Schlafstörungen durch Grübelneigung
    • Körperliche Angstsymptome (Herzrasen, Schwitzen, Zittern)
    • Agoraphobie (Angst vor bestimmten Situationen/Orten)

    Wie Cannabis bei Angststörungen wirken kann

    CBD als Anxiolytikum

    CBD wirkt über den 5HT1A-Serotoninrezeptor anxiolytisch – ähnlich wie Buspiron. Klinische Studien zeigen eine Reduktion der subjektiven Angst, z. B. bei Prüfungsangst und sozialer Phobie.

    THC in niedriger Dosierung

    Niedrigdosiertes THC (unter 5 mg) kann anxiolytisch wirken. Höhere Dosen können paradoxerweise Angst auslösen. Die Dosierung ist bei Angststörungen besonders wichtig.

    Furchtextinktion

    Cannabinoide sind an der Löschung von Angsterinnerungen beteiligt (Furchtextinktion). Dies kann insbesondere bei PTBS und phobischen Störungen therapeutisch genutzt werden.

    THC kann in höheren Dosen Angst verstärken. Eine niedrige Einstiegsdosis und langsame Steigerung unter ärztlicher Aufsicht sind bei Angststörungen besonders wichtig.

    Studien & Evidenz

    1

    Cannabidiol Reduces Social Anxiety Disorder

    Neuropsychopharmacology
    2011

    CBD reduzierte Angst bei simulierter öffentlicher Rede signifikant im Vergleich zu Placebo.

    2

    Anxiolytic Effects of CBD: Systematic Review

    Journal of Clinical Psychology
    2023

    Konsistente Hinweise auf anxiolytische Wirkung von CBD bei verschiedenen Angststörungen.

    Risiken & Nebenwirkungen

    • THC in hohen Dosen kann Panikattacken auslösen
    • Paradoxe Angstreaktion bei THC-empfindlichen Patienten
    • Wechselwirkungen mit Benzodiazepinen (verstärkte Sedierung)
    • Abhängigkeitspotenzial bei anxiolytischem Einsatz
    • Nicht als Ersatz für Expositionstherapie geeignet

    Geeignete Produktformen

    CBD-dominante Sorten

    Erste Wahl bei Angststörungen, keine psychoaktive Wirkung

    CBD-Öle/Tropfen

    Genaue Dosierung, schneller Wirkeintritt sublingual

    Niedrig-THC Sorten

    Nur bei unzureichender CBD-Wirkung, engmaschig dosiert

    Häufig gestellte Fragen

    Ärztliche Beratung erforderlich

    Ob Cannabis-Therapie bei Angststörungen in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.

    Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

    Medizinischer Hinweis

    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.