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    Cannabis Therapie

    Cannabis bei chronischen Schmerzen

    Die am besten untersuchte Indikation für medizinisches Cannabis – Wirkung, Evidenz und Therapieoptionen.

    Chronische Schmerzen betreffen etwa 23 Millionen Menschen in Deutschland. Wenn konventionelle Schmerztherapie (Physiotherapie, NSAR, Opioide) nicht ausreichend wirkt oder zu starke Nebenwirkungen hat, kann medizinisches Cannabis eine Alternative darstellen. Es ist die am besten untersuchte Indikation für medizinisches Cannabis weltweit.

    Typische Symptome

    • Anhaltende Schmerzen über 3 Monate Dauer
    • Neuropathische Schmerzen (brennend, stechend, elektrisierend)
    • Muskuloskelettale Schmerzen (Rücken, Gelenke)
    • Schmerzbedingte Schlafstörungen
    • Einschränkung der Alltagsfunktion
    • Unzureichende Wirkung oder Unverträglichkeit von Opioiden

    Wie Cannabis bei Schmerzen wirken kann

    Analgetische Wirkung

    THC wirkt über CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem schmerzlindernd. Diese Rezeptoren sind an der Schmerzverarbeitung und -modulation beteiligt. Die analgetische Wirkung ist in zahlreichen Studien belegt.

    Entzündungshemmung

    Sowohl THC als auch CBD haben entzündungshemmende Eigenschaften. CBD wirkt über CB2-Rezeptoren und kann die entzündliche Schmerzkomponente reduzieren.

    Opioid-Spareffekt

    Studien zeigen, dass Cannabis die benötigte Opioid-Dosis reduzieren kann. Dies kann Opioid-Nebenwirkungen wie Verstopfung, Atemdepression und Abhängigkeit vermindern.

    Cannabis ersetzt keine multimodale Schmerztherapie, sondern kann diese ergänzen. Der Arzt beurteilt den Nutzen im Gesamttherapiekonzept.

    Studien & Evidenz

    1

    Cannabinoids for Pain: Systematic Review and Meta-Analysis

    JAMA
    2018

    Moderate Evidenz für Schmerzreduktion bei neuropathischen Schmerzen.

    2

    Opioid-Sparing Effect of Cannabinoids

    BMJ Open
    2022

    Patienten mit Cannabistherapie reduzierten ihren Opioidverbrauch um durchschnittlich 30 %.

    3

    Cannabis bei chronischem Schmerz: Deutsche Beobachtungsstudie

    Deutsches Ärzteblatt
    2022

    Signifikante Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität bei 2/3 der Patienten.

    Risiken & Nebenwirkungen

    • Schwindel und Müdigkeit, insbesondere in der Einstellungsphase
    • Mundtrockenheit und erhöhter Appetit
    • Psychische Nebenwirkungen (Angst, Unruhe) bei zu hoher THC-Dosis
    • Toleranzentwicklung bei langfristiger Anwendung möglich
    • Eingeschränkte Fahrtauglichkeit nach Einnahme

    Geeignete Produktformen

    THC-betonte Sorten

    Starke analgetische Wirkung, für ausgeprägte Schmerzzustände

    Balancierte Sorten (1:1)

    Schmerzlinderung mit weniger psychoaktiven Effekten

    Extrakte/Öle

    Gleichmäßige Dosierung über den Tag, langanhaltende Wirkung

    Dronabinol-Tropfen

    Standardisiertes THC, gut titrierbar

    Häufig gestellte Fragen

    Ärztliche Beratung erforderlich

    Ob Cannabis-Therapie bei Chronische Schmerzen in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.

    Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

    Medizinischer Hinweis

    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.