Zum Hauptinhalt springen
    Cannabis Therapie

    Cannabis bei Migräne

    Cannabis als Prophylaxe und Akuttherapie bei Migräne – was die Forschung zeigt.

    Migräne betrifft etwa 10–15 % der Bevölkerung und gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bei Patienten, die auf Triptane, Betablocker oder CGRP-Antikörper nicht ausreichend ansprechen, wird medizinisches Cannabis als ergänzende Option untersucht. Historisch wurde Cannabis bereits im 19. Jahrhundert zur Migränebehandlung eingesetzt.

    Typische Symptome

    • Einseitige, pulsierende Kopfschmerzen (4–72 Stunden)
    • Übelkeit und Erbrechen bei Anfällen
    • Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Photophobie, Phonophobie)
    • Aura-Symptome (visuelle Störungen, Taubheitsgefühle)
    • Mehr als 4 Anfälle pro Monat (chronische Migräne)
    • Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz

    Wie Cannabis bei Migräne wirken kann

    Endocannabinoid-Defizit-Theorie

    Es gibt Hinweise, dass Migränepatienten einen verminderten Endocannabinoid-Spiegel haben. Phytocannabinoide könnten dieses Defizit ausgleichen und die Anfallshäufigkeit reduzieren.

    Schmerzlinderung und Übelkeit

    THC wirkt sowohl analgetisch als auch antiemetisch – zwei der Hauptsymptome bei Migräneanfällen. CBD hat zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften.

    Prophylaktische Wirkung

    Regelmäßige niedrigdosierte Cannabinoidgabe kann die Anfallshäufigkeit reduzieren, ähnlich wie konventionelle Prophylaktika.

    Die Evidenz für Cannabis bei Migräne wächst, ist aber noch nicht so stark wie bei chronischen Schmerzen. Der Arzt entscheidet individuell über die Eignung.

    Studien & Evidenz

    1

    Effects of Medical Marijuana on Migraine Headache Frequency

    Pharmacotherapy
    2016

    Reduktion der Migränehäufigkeit von 10,4 auf 4,6 Anfälle pro Monat.

    2

    Cannabis for Migraine: A Systematic Review

    Journal of Headache and Pain
    2023

    Moderate Evidenz für Reduktion von Anfallshäufigkeit und -intensität.

    Risiken & Nebenwirkungen

    • Rebound-Kopfschmerz bei zu häufiger Akutanwendung möglich
    • THC kann bei einigen Patienten Kopfschmerzen auslösen
    • Schwindel und Benommenheit in der Einstellungsphase
    • Wechselwirkungen mit Triptanen theoretisch möglich (Serotonin)

    Geeignete Produktformen

    Balancierte Sorten

    Prophylaxe mit ausgeglichenem THC:CBD-Profil

    THC-betonte Sorten (inhalativ)

    Für Akutanfälle, schneller Wirkeintritt

    CBD-Öl

    Für tägliche Prophylaxe, gut verträglich

    Häufig gestellte Fragen

    Ärztliche Beratung erforderlich

    Ob Cannabis-Therapie bei Migräne in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.

    Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

    Medizinischer Hinweis

    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.