Cannabis bei Morbus Crohn
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) und Cannabis – vielversprechende Forschung zur Entzündungskontrolle.
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt betreffen kann. Standardtherapien wie Biologika, Immunsuppressiva und Kortikosteroide wirken nicht bei allen Patienten ausreichend. Cannabis wird als ergänzende Therapie untersucht, da das Endocannabinoid-System eine wichtige Rolle bei der Regulation der Darmentzündung spielt.
Typische Symptome
- Chronische Bauchschmerzen, oft im rechten Unterbauch
- Durchfälle (teils blutig)
- Gewichtsverlust und Mangelernährung
- Fatigue und eingeschränkte Belastbarkeit
- Fisteln und Abszesse
- Extraintestinale Manifestationen (Gelenke, Haut, Augen)
Wie Cannabis bei Morbus Crohn wirken kann
Entzündungshemmung
CBD und THC hemmen pro-inflammatorische Zytokine (TNF-alpha, IL-6) und können die Darmentzündung modulieren.
Symptomkontrolle
Cannabis kann Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall lindern und so die Lebensqualität verbessern.
Steroid-Spareffekt
Es gibt Hinweise, dass Cannabis die benötigte Kortikosteroid-Dosis reduzieren kann.
Aktuelle Studien zeigen Symptomverbesserung, aber keine gesicherte Reduktion der endoskopisch messbaren Entzündung. Cannabis ergänzt, ersetzt aber nicht die Standardtherapie.
Studien & Evidenz
Cannabis for Crohn's Disease: Randomized Controlled Trial
65 % klinische Remission in der Cannabisgruppe vs. 35 % Placebo. Endoskopische Remission nicht signifikant.
Risiken & Nebenwirkungen
- Symptombesserung ohne objektive Entzündungsreduktion möglich (Maskierung)
- Appetitveränderungen (meist Steigerung, kann bei Mangelernährung positiv sein)
- Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva
Geeignete Produktformen
CBD-betonte Sorten
Für Entzündungshemmung und Grundtherapie
THC-betonte Sorten
Bei Appetitlosigkeit und Schmerzen
Orale Einnahme bevorzugt
Inhalation kann bei CED die Lungenschleimhaut reizen
Häufig gestellte Fragen
Ärztliche Beratung erforderlich
Ob Cannabis-Therapie bei Morbus Crohn in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.
Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.
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