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    Cannabis Therapie

    Cannabis bei Neuropathie

    Neuropathische Schmerzen – die Indikation mit der stärksten Cannabis-Evidenz.

    Neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) entstehen durch Schäden am Nervensystem und äußern sich als Brennen, Stechen oder Elektrisieren. Sie betreffen etwa 7–10 % der Bevölkerung und sprechen oft schlecht auf konventionelle Analgetika an. Medizinisches Cannabis hat bei neuropathischen Schmerzen die stärkste Evidenz aller Cannabis-Indikationen.

    Typische Symptome

    • Brennende, stechende oder elektrisierend einschießende Schmerzen
    • Taubheitsgefühle und Kribbeln (Parästhesien)
    • Überempfindlichkeit auf Berührung (Allodynie)
    • Polyneuropathie (Diabetes, Chemotherapie, HIV)
    • Postherpetische Neuralgie (Gürtelrose)
    • Trigeminusneuralgie und andere Neuralgien

    Wie Cannabis bei Neuropathie wirken kann

    Zentrale Schmerzhemmung

    THC wirkt über CB1-Rezeptoren im Rückenmark und Gehirn direkt auf die neuropathische Schmerzverarbeitung. Diese Wirkung ist in Metaanalysen gut belegt.

    Periphere Wirkung

    CBD kann über periphere CB2-Rezeptoren und TRPV1-Kanäle die Nervenerregbarkeit modulieren und so die Schmerzsignalübertragung reduzieren.

    NNT-Wert

    Die Number Needed to Treat (NNT) für Cannabis bei neuropathischen Schmerzen liegt bei etwa 5–6, vergleichbar mit zugelassenen Neuropathie-Medikamenten.

    Cannabis ist keine Erstlinientherapie bei Neuropathie (zuerst Pregabalin, Gabapentin, Duloxetin, Amitriptylin). Es kommt bei Therapieversagen oder Unverträglichkeit der Erstlinienmedikamente in Betracht.

    Studien & Evidenz

    1

    Cannabinoids for Neuropathic Pain: Meta-Analysis

    JAMA
    2018

    Signifikante Schmerzreduktion vs. Placebo. NNT: 5,6 für 30 % Schmerzreduktion.

    2

    Inhaled Cannabis for Neuropathic Pain

    Journal of Pain
    2015

    30 % Schmerzreduktion bei Dosen ab 25 mg THC. Dosis-Wirkungs-Beziehung nachgewiesen.

    Risiken & Nebenwirkungen

    • Schwindel und Benommenheit, besonders initial
    • Toleranzentwicklung möglich, Dosissteigerung nötig
    • Wechselwirkungen mit Gabapentin/Pregabalin (verstärkte Sedierung)

    Geeignete Produktformen

    THC-betonte Sorten

    Stärkste Evidenz, NNT vergleichbar mit Standardtherapien

    Balancierte Sorten

    Wenn THC-Nebenwirkungen auftreten

    Dronabinol-Tropfen

    Standardisiert, gut titrierbar

    Häufig gestellte Fragen

    Ärztliche Beratung erforderlich

    Ob Cannabis-Therapie bei Neuropathie in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.

    Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

    Medizinischer Hinweis

    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.