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    Cannabis Therapie

    Cannabis bei PTBS

    Posttraumatische Belastungsstörung und Cannabistherapie – Forschung, Anwendung und ärztliche Begleitung.

    Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) betrifft etwa 2–3 % der Bevölkerung. Flashbacks, Albträume, Hyperarousal und emotionale Taubheit beeinträchtigen die Lebensqualität massiv. Wenn Psychotherapie (EMDR, CPT) und Medikamente (SSRI) nicht ausreichend wirken, wird Cannabis als ergänzende Therapie untersucht – insbesondere für die Reduktion von Albträumen.

    Typische Symptome

    • Wiedererleben (Flashbacks, intrusive Erinnerungen)
    • Albträume und Schlafstörungen
    • Hyperarousal (Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit)
    • Emotionale Taubheit und Vermeidungsverhalten
    • Konzentrationsstörungen
    • Komorbide Depressionen und Angststörungen

    Wie Cannabis bei PTBS wirken kann

    Albtraumreduktion

    Nabilon (synthetisches Cannabinoid) und THC können die Intensität und Häufigkeit von PTBS-Albträumen signifikant reduzieren. Dies ist der am besten belegte Effekt.

    Furchtextinktion

    Das Endocannabinoid-System ist zentral an der Löschung von Furchtgedächtnissen beteiligt. Cannabinoide können die traumatherapeutische Arbeit (Exposition) unterstützen.

    Hyperarousal-Reduktion

    Cannabis kann das autonome Nervensystem beruhigen und den Hyperarousal-Zustand (ständige Anspannung) reduzieren.

    Cannabis ersetzt keine Traumatherapie. Es kann die psychotherapeutische Behandlung ergänzen und Symptome wie Albträume lindern, die den Therapieprozess erschweren.

    Studien & Evidenz

    1

    Nabilone for PTSD-Related Nightmares

    Journal of Clinical Psychopharmacology
    2009

    Signifikante Reduktion von PTBS-Albträumen bei Veteranen unter Nabilon.

    2

    Cannabinoids and PTSD: A Systematic Review

    Psychopharmacology
    2022

    Vielversprechende Daten für Albtraumreduktion und Schlafverbesserung; Effekt auf Kernsymptome erfordert weitere Forschung.

    Risiken & Nebenwirkungen

    • Dissoziation als Nebenwirkung bei höheren THC-Dosen
    • Mögliche Verschlechterung von Flashbacks bei ungünstiger Dosierung
    • Substanzmissbrauchrisiko bei PTBS-Patienten erhöht
    • Wechselwirkungen mit SSRI (Sertralin, Paroxetin)

    Geeignete Produktformen

    THC-betont (niedrig dosiert)

    Zur Albtraumreduktion, abendliche Einnahme

    CBD-betont

    Für Hyperarousal und begleitende Angst tagsüber

    Nabilon (synthetisch)

    Speziell bei PTBS-Albträumen erforscht und zugelassen

    Häufig gestellte Fragen

    Ärztliche Beratung erforderlich

    Ob Cannabis-Therapie bei PTBS in Frage kommt, muss individuell durch einen Arzt geprüft werden.

    Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

    Medizinischer Hinweis

    Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ein Therapieerfolg kann nicht garantiert werden. Die Entscheidung über eine Cannabis-Verordnung liegt ausschließlich beim behandelnden Arzt.