GAD-7 Angst-Selbsttest
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Hinweis: Die angezeigten Werte dienen der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.
GAD-7: Das Standard-Tool für Angst-Screening
Der GAD-7 (Generalized Anxiety Disorder Scale 7) ist das international am häufigsten verwendete Screening-Tool für Angststörungen. Entwickelt 2006 von Robert Spitzer, Kurt Kroenke und Janet Williams, fasst er die 7 Kernsymptome generalisierter Angststörung in einem präzisen Fragebogen. Validiert in über 50 Sprachen, ist er heute Standard in Hausarztpraxen, der psychiatrischen Versorgung und Online-Therapieprogrammen.
Auch wenn der GAD-7 ursprünglich für die generalisierte Angststörung entwickelt wurde, hat er sich als sensitiv für andere Angsterkrankungen erwiesen: Panikstörung, soziale Angst und PTSD. Bei einem Cutoff von ≥10 erkennt er etwa 9 von 10 Fällen einer generalisierten Angststörung — eine sehr hohe Treffsicherheit für ein 7-Fragen-Screening-Tool.
Angststörungen — die häufigste psychische Erkrankung weltweit
Etwa 15-20 % aller Erwachsenen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine Angststörung. Die WHO schätzt, dass weltweit 301 Millionen Menschen aktuell betroffen sind (2023). Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Häufige Formen: Generalisierte Angststörung (anhaltende Sorgen ohne klaren Auslöser), Panikstörung (akute Angstattacken), spezifische Phobien (Höhenangst, Spinnen, Spritzen), soziale Angst, Agoraphobie.
Typische Symptome einer generalisierten Angststörung: anhaltende Sorgen, Anspannung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, körperliche Beschwerden (Herzklopfen, Schwitzen, Magenprobleme, Muskelverspannungen). Wichtig: nicht jeder mit Sorgen hat eine Angststörung — entscheidend ist, ob die Symptome das Leben beeinträchtigen und über Wochen anhalten.
Häufige Auslöser/Risikofaktoren: genetische Veranlagung (40-50 % erblich), traumatische Erlebnisse, chronischer Stress, Schlafmangel, Schilddrüsenüberfunktion, Koffein/Alkohol, manche Medikamente. Wichtig: Eine ärztliche Abklärung schließt körperliche Ursachen aus, bevor eine reine Angststörung diagnostiziert wird.
Wirksame Therapien
Erste Wahl ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie hat in Studien Erfolgsraten von 60-80 % und ist langfristig wirksam — auch nach Therapieende bleiben die Verbesserungen bestehen. Bei Panikstörung und Phobien sind expositionsbasierte Verfahren besonders wirksam: schrittweise Annäherung an Angstauslöser, bis der Körper lernt, dass keine Gefahr besteht.
Bei moderater bis schwerer Angst: Kombination KVT + Antidepressiva. SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) wie Sertralin, Escitalopram oder Paroxetin sind erste Wahl — sie wirken nach 2-4 Wochen. Wichtig: Antidepressiva sind nicht abhängig machend (im Gegensatz zu Benzodiazepinen). Bei Krisen können kurzfristig Benzodiazepine helfen, aber max. 2-4 Wochen wegen Abhängigkeitsrisiko.
Selbsthilfe und Lifestyle: Regelmäßiger Sport (Studien: 30 Min Cardio 3x/Woche reduziert Angst um 20-40 %), Achtsamkeitsübungen und Meditation, ausreichend Schlaf, Reduktion von Koffein und Alkohol, Atemtechniken (4-7-8-Atmung bei akuter Angst). Online-Programme nach DiGA-Verzeichnis (z. B. velibra, HelloBetter) sind als Rezept verfügbar.
Hilfe bei docto24
docto24 bietet Online-Beratung bei Angststörungen — wir können Sie zu medikamentöser Therapie beraten und Folgerezepte für bestehende Behandlungen ausstellen. Eine Erstdiagnose erfordert in Deutschland persönlichen Arzt-Kontakt — wir vermitteln Ihnen aber gerne, wo Sie zeitnah Hilfe bekommen.
Häufige Fragen zum GAD-7
Quellen & wissenschaftliche Grundlagen
- Spitzer, Kroenke et al. (2006) — GAD-7— Validierungs-Originalarbeit (Arch Intern Med).
- DGPPN — S3-Leitlinie Angststörungen— Deutsche Leitlinie zur Behandlung von Angststörungen.
- WHO — Anxiety disorders— Globale Daten zu Angststörungen (2023: 301 Mio Erwachsene betroffen).
Die hier eingesetzten Berechnungen folgen den genannten Leitlinien. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.