PHQ-9 Depressions-Selbsttest
Schätzen Sie Ihre depressiven Symptome mit dem international anerkannten 9-Fragen-Test ein. Vertraulich, kostenlos, sofort ausgewertet.
Wie haben Sie sich in den letzten 2 Wochen gefühlt?
Bitte beantworten Sie ehrlich, wie oft Sie in den vergangenen 14 Tagen folgende Beschwerden hatten.
Hinweis: Die angezeigten Werte dienen der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.
Was ist der PHQ-9 — und wofür wird er eingesetzt?
Der Patient Health Questionnaire 9 (PHQ-9) ist das weltweit am häufigsten verwendete Screening-Instrument für Depression. Entwickelt 2001 von Robert Spitzer und Kurt Kroenke an der Columbia University, wurde er als praxistaugliche Kurzfassung des längeren PRIME-MD-Fragebogens konzipiert. Die 9 Fragen entsprechen exakt den 9 Hauptkriterien einer Major-Depression nach dem amerikanischen Diagnose-Klassifikationssystem DSM-5.
In Deutschland ist der PHQ-9 in der Hausarzt-Versorgung Standard und wird von der DGPPN-S3-Leitlinie zur Behandlung der unipolaren Depression als Screening-Tool empfohlen. Krankenhäuser, Therapie-Praxen und Online-Programme nutzen ihn zur Verlaufskontrolle. Die wissenschaftliche Validität ist hoch: Sensitivität 88 % und Spezifität 88 % bei einem Cutoff von ≥10 — das heißt, 9 von 10 echten Depressionen werden erkannt.
Wichtig zu verstehen: Der PHQ-9 ist KEIN Diagnose-Werkzeug. Eine echte Depressions-Diagnose darf nur eine Ärztin oder Psychotherapeutin nach klinischem Interview und Ausschluss organischer Ursachen (Schilddrüsenstörungen, Vitaminmangel, Medikamentennebenwirkungen) stellen. Der PHQ-9 zeigt aber zuverlässig, ob weitere ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Depression — eine häufige, behandelbare Erkrankung
Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Die WHO schätzt, dass etwa 280 Millionen Menschen weltweit betroffen sind — etwa 5 % der erwachsenen Bevölkerung. In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 5,3 Millionen Erwachsene an einer Depression; die Lebenszeitprävalenz liegt bei 17-20 %. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Typische Symptome (mindestens 2 Wochen vorhanden, mehrere gleichzeitig): gedrückte Stimmung, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Appetitveränderungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle, körperliche Beschwerden ohne Befund (z. B. Rückenschmerzen). Schwere Depressionen können mit Suizidgedanken einhergehen — diese sind ein medizinischer Notfall und müssen sofort behandelt werden.
Die gute Nachricht: Depression ist sehr gut behandelbar. Bei leichter Depression hilft oft Psychotherapie alleine (kognitive Verhaltenstherapie ist Erste Wahl). Bei mittlerer und schwerer Depression ist die Kombination aus Psychotherapie + Antidepressiva am wirksamsten. Studien zeigen Remissionsraten von 60-80 % nach adäquater Behandlung. Wichtig: Antidepressiva wirken erst nach 2-4 Wochen — Geduld nötig.
Hilfe finden — Wege in die Behandlung
Erster Anlaufpunkt: Hausärztin oder Hausarzt. Sie können Erst-Diagnostik machen, körperliche Ursachen ausschließen, Medikamente verschreiben und an Spezialisten überweisen. Bei moderater oder schwerer Symptomatik: psychiatrische Fachärztin oder approbierte psychologische Psychotherapeutin. Wartezeiten für Therapieplätze sind in Deutschland leider lang (3-6 Monate) — frühzeitig auf die Warteliste!
Schnelle Hilfe in Krise: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (24h, kostenlos, anonym). Krisendienst der Stadt (in vielen Bundesländern erreichbar). Nummer gegen Kummer für Jugendliche: 116 111. Bei akuter Suizidgefahr: 112 oder direkt in eine psychiatrische Notaufnahme. Online-Programme nach DiGA (auf Rezept): z. B. deprexis, moodgym, HelloBetter — von Krankenkasse erstattet.
Was der PHQ-9 leistet — und was nicht
Der PHQ-9 bildet die neun Kernsymptome einer Depression nach den anerkannten Diagnosekriterien ab und ist deshalb so treffsicher. Ein besonderer Vorteil: Frage 9 erfasst Suizidgedanken direkt. Jede Antwort größer als 0 sollte unabhängig vom Gesamtwert ernst genommen und zeitnah ärztlich besprochen werden — im Zweifel sofort über den ärztlichen Notdienst (116117), den Notruf (112) oder die kostenlose Telefonseelsorge (0800 1110111).
Zugleich hat der Test klare Grenzen: Er ist ein Screening, keine Diagnose. Ein hoher Wert kann auch durch eine akute Belastung, eine körperliche Erkrankung (z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel) oder Schlafmangel zustande kommen. Deshalb gehört zu jeder Abklärung ein ärztliches Gespräch, das körperliche Ursachen ausschließt und das Gesamtbild einordnet.
Online-Beratung bei docto24
docto24 unterstützt Sie bei psychischen Erkrankungen mit ärztlicher Beratung und Folgerezepten. Wir können Sie zu Antidepressiva-Therapien beraten und Folgerezepte für bestehende Behandlungen ausstellen. Eine erstmalige Depression-Diagnose erfordert in Deutschland persönlichen Arzt-Kontakt — bei akuter Symptomatik vermitteln wir Ihnen kompetente nächste Schritte.
Häufige Fragen zum PHQ-9
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Quellen & wissenschaftliche Grundlagen
- Kroenke, Spitzer, Williams (2001) — PHQ-9— Validierungs-Originalarbeit (J Gen Intern Med).
- DGPPN — S3-Leitlinie Unipolare Depression— Deutsche S3-Leitlinie empfiehlt PHQ-9 als Screening-Tool.
- WHO — Depression Fact Sheet— Globale Statistiken und Empfehlungen zur Depression.
Die hier eingesetzten Berechnungen folgen den genannten Leitlinien. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.