Sonnenschutz berechnen – LSF-Empfehlung für Ihren Hauttyp
Berechnen Sie den optimalen Lichtschutzfaktor basierend auf Ihrem Hauttyp, dem UV-Index und Ihrer geplanten Sonnenzeit.
Ihr Hauttyp (Fitzpatrick)
Eigenschutzzeit: 10 Min. ohne Schutz
UV-Index
Sonnenschutz erforderlich
Geplante Sonnenzeit
Bereits aufgetragener LSF
Ihr Ergebnis
Empfohlener LSF
Maximale geschützte Zeit
1 Std. 30 Min.
Nachcremen nicht vergessen!
Bei 2 Stunden in der Sonne sollten Sie 1-mal nachcremen (alle 2 Stunden).
Hauttyp II: Eigenschutzzeit 10 Min.
Bei UV-Index 6: Effektive Eigenschutzzeit ~5 Min.
Empfehlung: 30-40 ml für den ganzen Körper auftragen
Wichtiger Hinweis
Dieser Rechner dient zur Orientierung. Individuelle Faktoren wie Medikamente, Hauterkrankungen oder Höhenlage können den Sonnenschutzbedarf beeinflussen. Konsultieren Sie bei Unsicherheiten einen Dermatologen.
Fitzpatrick Hauttypen-Tabelle
| Hauttyp | Beschreibung | Sonnenbrand-Reaktion | Eigenschutzzeit |
|---|---|---|---|
Typ I | Sehr helle Haut, rote oder blonde Haare, Sommersprossen | Wird nie braun, bekommt immer Sonnenbrand | 5 Min. |
Typ II | Helle Haut, blonde bis braune Haare | Wird kaum braun, bekommt leicht Sonnenbrand | 10 Min. |
Typ III | Mittlere Hautfarbe, dunkle Haare | Wird langsam braun, manchmal Sonnenbrand | 20 Min. |
Typ IV | Olivfarbene bis bräunliche Haut | Wird schnell braun, selten Sonnenbrand | 30 Min. |
Typ V | Dunkle Haut | Wird sehr schnell dunkelbraun, sehr selten Sonnenbrand | 45 Min. |
Typ VI | Sehr dunkle Haut | Sonnenbrand äußerst selten | 60 Min. |
UV-Index Skala erklärt
1-2
Niedrig
Kein Schutz nötig
3-5
Mäßig
Schutz empfohlen
6-7
Hoch
Schutz erforderlich
8-10
Sehr hoch
Besonderer Schutz
11+
Extrem
Mittagssonne meiden
Tipps für effektiven Sonnenschutz
Richtige Auftragsmenge
Tragen Sie 2 mg/cm² auf – etwa 30-40 ml für den ganzen Körper. Die meisten Menschen tragen zu wenig auf.
Nachcremen nicht vergessen
Alle 2 Stunden nachcremen – nach Schwimmen oder Schwitzen sofort. Das verlängert nicht die Schutzzeit, erhält sie aber.
Schutzkleidung tragen
Dunkle, dicht gewebte Kleidung schützt besser als helle. Vergessen Sie nicht Hut und Sonnenbrille mit UV-Schutz.
Mittagssonne meiden
Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten. Suchen Sie in dieser Zeit Schatten auf.
UV-Strahlung verstehen: UVA, UVB und ihre Wirkung
Sonnenstrahlung erreicht uns als UVA (95 %) und UVB (5 %). UVB-Strahlen sind kurzwelliger, energiereicher und verursachen den klassischen Sonnenbrand sowie über 90 % aller Hautkrebsfälle. UVA dringen tiefer in die Haut ein, verursachen Hautalterung (Falten, Pigmentflecken) und tragen ebenfalls zum Hautkrebsrisiko bei. Die WHO klassifiziert UV-Strahlung als „Gruppe 1 Karzinogen" — ähnlich gefährlich wie Tabakrauch.
Der UV-Index (UVI) misst die UV-Belastung auf einer Skala von 0-11+: 0-2 niedrig, 3-5 mäßig (ab 11-15 Uhr Schatten), 6-7 hoch (Sonnenschutz Pflicht), 8-10 sehr hoch (Sonnenexposition zwischen 11-15 Uhr meiden), 11+ extrem (Hochgebirge, Tropen). In Deutschland erreichen wir im Hochsommer Mittagsspitzen von 7-9, in den Alpen oder am Mittelmeer 9-11.
Wichtig: UV-Strahlung wirkt auch bei bewölktem Himmel — bis zu 80 % der UV-Strahlen durchdringen Wolken. Reflexion: Schnee verstärkt UV um 80 %, Wasser um 25 %, Sand um 15 %. Höhe: pro 1.000 m steigt die UV-Belastung um 10-12 %. Im Auto sind Sie ebenfalls UVA-belastet (Glas filtert UVB heraus, UVA passiert).
Hauttypen nach Fitzpatrick und Eigenschutzzeit
Der Fitzpatrick-Skin-Type wurde 1975 vom Harvard-Dermatologen Thomas Fitzpatrick entwickelt und ist heute Standard. Typ I (sehr hellhäutig, rot/blond): Eigenschutzzeit 5-10 Min, immer sonnenbrandgefährdet. Typ II (hellhäutig, blond): 10-20 Min. Typ III (mitteleuropäisch, braun): 20-30 Min. Typ IV (mediterran, dunkelbraun): 30-45 Min. Typ V (dunkler, südasiatisch): 45-60 Min. Typ VI (sehr dunkel, schwarz): 60+ Min, aber kein 100% Schutz.
Die Schutzzeit mit Sonnencreme ergibt sich aus Eigenschutzzeit × LSF. Beispiel: Typ II (15 Min) × LSF 30 = 450 Min = 7,5 Stunden theoretischer Schutz. ABER: in der Praxis nur 50-70 % davon ausnutzen, weil die meisten Menschen zu wenig Sonnencreme auftragen. Empfohlen sind 2 mg/cm² Haut — für einen erwachsenen Körper sind das 30-40 ml (etwa eine Handfläche voll, also ein Espresso-Becher Inhalt) pro Anwendung.
Auch dunkle Hauttypen brauchen Sonnenschutz: Sie haben zwar weniger Sonnenbrandrisiko, sind aber genauso anfällig für UVA-bedingte Hautalterung und das Risiko für maligne Melanome ist zwar niedriger, aber bei Diagnose oft fortgeschrittener (weil weniger erwartet/gescreent wird).
LSF, UVA-Siegel, Texturen — was Sonnencreme wirklich kann
LSF (Lichtschutzfaktor) bezieht sich auf UVB-Schutz: LSF 15 blockt 93 %, LSF 30 blockt 97 %, LSF 50 blockt 98 % der UVB-Strahlung. Der Sprung von LSF 30 zu LSF 50 bringt nur 1 % mehr — viel wichtiger ist die korrekte und reichliche Anwendung. Empfehlung: für tägliche Belastung in DE LSF 30, für Strand/Berg LSF 50, für Kinder immer LSF 50+.
UVA-Schutz wird durch das EU-UVA-Siegel angezeigt (Kreis mit „UVA"). Es bedeutet, dass der UVA-Schutz mindestens 1/3 des LSF-Werts beträgt. Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) reflektieren UV physikalisch und sind besonders gut für empfindliche Haut, Kinder und Schwangere. Chemische Filter (z. B. Octocrylen, Avobenzone) absorbieren UV — sie sind dünner aufzutragen, aber bei einigen Stoffen gibt es Hinweise auf hormonelle Wirkung (z. B. Oxybenzon).
Wasserfeste Sonnencreme ist nicht „wasserdicht": „wasserfest" bedeutet, dass nach 40 Minuten Wasserkontakt noch 50 % der Schutzwirkung vorhanden ist; „extra wasserfest" nach 80 Min. Nach Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen IMMER nachcremen. Spray-Sonnencreme: bei Wind verlieren Sie 50-70 % der Menge, daher zusätzlich auftragen und einmassieren.
Hautkrebs-Prävention: Was Studien zeigen
Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland — jährlich werden über 290.000 Neuerkrankungen diagnostiziert (RKI 2023). Maligne Melanome (schwarzer Hautkrebs) sind besonders gefährlich, weil sie früh metastasieren können. Die australische Nambour-Studie über 10 Jahre zeigte: täglich Sonnencreme mit LSF 16 reduzierte das Melanom-Risiko um 50 % und das Plattenepithelkarzinom-Risiko um 38 %.
Risikofaktoren: heller Hauttyp, viele Sonnenbrände in der Kindheit (vor allem mit Blasenbildung), Solarium-Nutzung (besonders unter 35 Jahren erhöht das Melanom-Risiko um 75 %), familiäre Häufung, viele Muttermale (mehr als 50). Die ABCDE-Regel hilft, verdächtige Muttermale zu erkennen: A = asymmetrisch, B = Begrenzung unscharf, C = Color (mehrfarbig), D = Durchmesser >5 mm, E = Erhabenheit/Veränderung.
Prävention: Hautkrebs-Screening ab 35 alle 2 Jahre kostenlos durch GKV. Selbstuntersuchung der Haut alle 3 Monate (Spiegel + Partner für Rücken). Sonnenschutz konsequent angewendet kann das Hautkrebsrisiko um 40-50 % senken.