Propranolol
Propranolol ist ein nicht-selektiver Betablocker, der seit den 1960er Jahren eingesetzt wird. Neben kardiovaskulären Indikationen wird er zunehmend bei Angststörungen, Migräne und essentiellem Tremor verschrieben.
Anwendungsgebiete
- Bluthochdruck
- Herzrhythmusstörungen
- Angststörungen / Prüfungsangst
- Migräneprophylaxe
- Essentieller Tremor
- Hyperthyreose
Wirkung
Propranolol blockiert sowohl Beta-1- als auch Beta-2-Adrenozeptoren. Dadurch wird die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin reduziert: Die Herzfrequenz sinkt, der Blutdruck wird gesenkt und die körperlichen Symptome von Angst (Herzrasen, Zittern, Schwitzen) werden gemildert. Propranolol passiert die Blut-Hirn-Schranke, was seine Wirksamkeit bei Angst und Migräne erklärt.
Dosierung
Angst: 10-40 mg bei Bedarf, 30-60 Minuten vor der angstauslösenden Situation. Bluthochdruck: 80-160 mg täglich in 2-3 Dosen, schrittweise gesteigert. Migräneprophylaxe: 80-240 mg täglich. Tremor: 40-120 mg täglich. Retardformulierungen ermöglichen eine einmal tägliche Einnahme. Abruptes Absetzen vermeiden.
Nebenwirkungen
Häufig: Müdigkeit, kalte Extremitäten, Schwindel, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden. Gelegentlich: Bradykardie, Bronchospasmus (besonders bei Asthma), depressive Verstimmung. Selten: Halluzinationen, Haarausfall, Verschlechterung einer Psoriasis. Kontraindiziert bei Asthma, AV-Block II/III und dekompensierter Herzinsuffizienz.
Erfahrungen
Propranolol ist besonders bei Prüfungsangst und Lampenfieber beliebt, da es die körperlichen Angstsymptome effektiv lindert, ohne die geistige Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Musiker und Redner nutzen es häufig vor Auftritten. Bei Migräne kann es einige Wochen dauern, bis die prophylaktische Wirkung einsetzt.
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