Geburtstermin-Rechner: Wann kommt mein Baby?
Berechnen Sie den voraussichtlichen Geburtstermin (ET) anhand der letzten Periode oder des Befruchtungstermins.
Standard 28 Tage. Wird automatisch im ET berücksichtigt.
Hinweis: Die angezeigten Werte dienen der Orientierung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.
Die Naegele-Regel: 200 Jahre alte Berechnung, immer noch Standard
Die nach Franz Karl Naegele (1778-1851), einem deutschen Geburtshelfer und Hochschullehrer in Heidelberg, benannte Regel berechnet den voraussichtlichen Geburtstermin (ET) seit über 200 Jahren auf einfache Weise: Letzter Periodenbeginn + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr. Beispiel: 15. März 2025 → 22. Dezember 2025.
Die Berechnung geht von 280 Tagen (40 Wochen) Schwangerschaftsdauer aus, gemessen ab dem ersten Tag der letzten Periode (LMP). Da die eigentliche Befruchtung erst rund 14 Tage später stattfindet (am Tag des Eisprungs), beträgt die "echte" Schwangerschaftsdauer ab Konzeption etwa 266 Tage = 38 Wochen.
Wichtige Einschränkung: Die Naegele-Regel funktioniert exakt nur bei einem 28-Tage-Zyklus. Bei kürzeren oder längeren Zyklen wird der ET um die entsprechende Differenz korrigiert (z. B. 32-Tage-Zyklus → ET um 4 Tage später). Dieser Rechner berücksichtigt das automatisch, wenn Sie die Zykluslänge angeben.
Wie genau ist der berechnete Termin?
Nur etwa 4-5 % aller Babys werden tatsächlich am errechneten Termin (ET) geboren. Die meisten Geburten fallen in die Termingeburts-Zeit zwischen 37+0 und 41+6 SSW. Statistisch verteilen sich die Geburten wie folgt: 8 % vor 37+0 SSW (Frühgeburten), 27 % in 37-39 SSW, 35 % in 39-40 SSW, 25 % in 40-41 SSW, 5 % nach 41+6 SSW (Übertragung).
Die genaueste Methode zur ET-Bestimmung ist eine Ultraschall-Messung im 1. Trimester (8.-12. SSW). Der Embryo wird vermessen (Scheitel-Steiß-Länge SSL), die Werte werden mit Standardkurven verglichen. In dieser Phase ist das Wachstum so einheitlich, dass der ET auf ±5 Tage genau bestimmt werden kann — zuverlässiger als die Berechnung anhand der LMP.
Wenn Naegele und Ultraschall-ET um mehr als 5-7 Tage abweichen, wird in der Regel der Ultraschall-ET als verbindlich übernommen. Das ist wichtig für die spätere Beurteilung: Eine Geburt in der 41+0 SSW gilt als Termingeburt, während Übertragung erst ab 42+0 SSW beginnt — die Abgrenzung ist medizinisch relevant.
Die drei Trimester der Schwangerschaft
1. Trimester (1.-13. SSW): Die wichtigste Phase der Organbildung (Organogenese). Aus einer befruchteten Eizelle entwickelt sich ein voll funktionsfähiger Embryo mit Herzschlag (ab 6.-7. SSW), allen Organanlagen und Gliedmaßen. Häufige Symptome bei der werdenden Mutter: Müdigkeit, Übelkeit (50-70 % der Frauen), Brustspannen, Geschmacksveränderungen. Risiko für Fehlgeburt am höchsten (bis 12. SSW etwa 10-15 %).
2. Trimester (14.-27. SSW): Die "schöne Phase". Übelkeit lässt nach, Energie kommt zurück, der Babybauch zeigt sich. Erste Kindsbewegungen sind ab ca. 16.-22. SSW spürbar. Die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen sind die Feindiagnostik in der 19.-22. SSW (detaillierter Ultraschall mit Organscreening) und ggf. der Glukose-Toleranz-Test in der 24.-28. SSW.
3. Trimester (28.-40. SSW): Das Baby wächst und reift, alle Organe werden funktionstüchtig. Mit ca. 24. SSW gilt das Kind als "lebensfähig" (außerhalb der Gebärmutter überlebensfähig mit intensivmedizinischer Hilfe). In den letzten Wochen senkt sich das Baby ins Becken. Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem ET, Mutterschutzfrist nach der Geburt 8 Wochen (bei Mehrlingen oder Frühgeburten 12 Wochen).
Vorsorgeuntersuchungen: Was wann ansteht
In Deutschland sind 10-12 Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft Standard, festgelegt in den Mutterschafts-Richtlinien des G-BA. Erste Untersuchung 6.-10. SSW: Schwangerschaftsbestätigung, Mutterpass, Bluttest. 9.-12. SSW: Ersttrimester-Screening (NT-Messung), Risikoabschätzung Trisomien.
19.-22. SSW: Feindiagnostik (Organultraschall) — wichtigste Untersuchung der Mitte der Schwangerschaft. 24.-28. SSW: Glukose-Toleranz-Test (oGTT) zur Schwangerschaftsdiabetes-Früherkennung. 28.-32. SSW: Routine-Ultraschall, Wachstumskontrolle. Ab 36. SSW alle 2 Wochen, ab 40. SSW alle 2-3 Tage CTG (Wehentätigkeit + Herztöne).
Bei Schwangerschaftsanzeichen — der erste Schritt
Vermuten Sie eine Schwangerschaft (ausbleibende Periode, positiver Schwangerschaftstest)? Ein frauenärztlicher Termin in der 6.-10. SSW bestätigt die Schwangerschaft, schließt eine Eileiterschwangerschaft aus und legt den Mutterpass an. Bei Kinderwunsch-Beratung, Verhütungsfragen oder Hormonproblemen kann docto24 online unterstützen.
Häufige Fragen zum Geburtstermin
Quellen & wissenschaftliche Grundlagen
- DGGG — Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe— Leitlinien zu Schwangerschaftsbetreuung in Deutschland.
- Mutterschafts-Richtlinien des G-BA— Gesetzlich geregelte Schwangerschafts-Vorsorge in DE (Mutterpass, Untersuchungen).
Die hier eingesetzten Berechnungen folgen den genannten Leitlinien. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung.